Ob Selfpublishing oder klassisch beim Verlag – in beiden Fällen kommt man heutzutage nicht drumherum, ein entsprechendes Maß an Eigeninitiative zu ergreifen, um seine Geschichte der Leserwelt schmackhaft zu machen.
Beim Selfpublishing versteht sich das von selbst, aber auch Verlagsvertreter erwarten, dass ihre Autoren sich um Außenwirkung und Präsenz bemühen.

Aber was macht eine gute Eigenvermarktung aus?

Überschwängliche Loblieder auf das eigene Werk und die beständig unterschwellige Aufforderung, das Buch doch zu kaufen, zu lesen und weiterzuempfehlen wirken ebenso abschreckend wie das stumme Flyer-in-die-Hand-drücken.

Gestern auf der Unicon in Kiel, einem Rollenspiel-TableTop-Event des Arbeitskreises Fantasy, habe ich Farina de Waard kennengelernt, deren Engagement mich schwer beeindruckt hat.
Farina verlegt ihre Buchreihe Das Vermächtnis der Wölfe sowie weitere Titel im Fanowa-Eigenverlag und wirklich – was sie da als junge Frau allein auf die Beine stellt ist beachtlich!
Neben einer ansprechenden Gesamtgestaltung ihres Standes kommt sie gleich selbst in passender Bekleidung, wie es in ihrer fantastischen, ans Mittelalterliche angelehnten Welt Tyarul üblich ist. Neben Flyern, Lesezeichen und wunderschön gestalteten Postkarten gibt es auch Anhänger mit dem Motiv ihres Buchcovers sowie magische Kristallkugeln, sogenannte Bilure, wichtige magische Artefakte Tyaruls, als Kettenanhänger zu erwerben.
Zudem gibt sie regelmäßig Lesungen und war auf der Unicon auch mit einem Workshop zum Thema Eigenverlag vertreten.
Ihre offene, sympathische Art lädt dabei ein, in ihre Welt und ihre Arbeit einzutauchen.
Wenn man sich dann noch ihre aufwendig gestaltete Website sowie weitere mediale Auftritte anschaut, wird deutlich, dass Farina viel Mühe und Zeit in ihr Projekt investiert. Hier steckt wirklich Herzblut drin! Und von da lässt sich auch ohne Verweis auf ihre Erstplatzierung beim Indie-Autor-Preis der Buchmesse 2015 erahnen, dass ihre Geschichte etwas besonderes ist.

Farinas Engagement hat mich überzeugt und ihr Auftreten ist mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben.
Sätze wie: „Denn nur wer wirklich hinter dem steht, was er tut, kann auch dauerhaft überzeugen.“ sind meiner Meinung nach nicht der Weisheit letzter Schluss. Es gilt vielmehr, auch nach außen zu zeigen, wie wichtig einem das ist, was man zwischen diesen zwei Buchdeckeln zusammengekritzelt hat, um noch vor dem ersten Satz den Leser von sich zu überzeugen.

Photo by Farina de Waard

24 Antworten auf „Eigenvermarktung und Farina de Waard

  1. Ja, das überzeugte!
    Es ist aber nicht jedem gegeben.
    Mein Zeichnenlehrer meinte auf mein Ansinnen, evtl. Künstler zu werden: „Da hat man es ganz schwer!“. Und weil ich wusste, dass ich mich nicht gut verkaufen kann, habe ich das Ganze gelassen und habe Mathe studiert.

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  2. Hey=)
    Man muss isch tatsächlich bewusst machen, dass es immer mehr Menschen gibt, die einen Stift zur Hand nehmen und ihre Gedanken festhalten. Und das ist auch gut so, denn Schreiben hilft beim Denken und Strukturieren, entspannt und macht einfach Spaß. Es bedeutet aber auch, dass es zunehmend schwer fällt, aufzufallen. Die Regeln der heutigen Welt sind die der sozialen Medien, in der auch wir uns mit unseren Blogs bewegen.
    Ich habe mir die Seite Farina da Waards angesehen und Du hast Recht: wirklich sehr liebevoll gestaltet!

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      1. Ich schätze die Definition der „Schreibenden“ ist mittlerweile auch weiter geworden. Wir schreiben heute ja ständig (soziale Medien). Und da sind natürlich all die Menschen, die über Amazon und Co selbst verlegen und dadurch sichtbarer geworden sind. Eine Statistik wäre aber sehr interessant!

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  3. Mit Selbstdarstellung habe ich auch so meine Probleme. Schön, wem das gegeben ist – der so extrovertiert ist. Ich glaube auch, dass man das bis zu einem gewissen Grad trainieren kann.

    Allerdings glaube ich nicht, dass das zum Wesen eines guten Autors gehört. (Es widerspricht dem aber auch nicht ausdrücklich. :-D)

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