Du kennst das ja: Du bist endlich, endlich, ENDLICH nach allerhand Planung und Planungslosigkeit, Schreibnächten, Wordcounts und Tippfehlern mit der Rohfassung deines Werks fertig. Und nun? Musst du nur noch einmal alles schnell überarbeiten und – zack –  hast du dein fertiges Buch in der Hand!
Nichts leichter als das.
Glaubst du.

Dachte ich auch.

Tatsächlich musste ich im letzten Jahr feststellen, dass es eben nicht so einfach mit der Überarbeitung ist.
Gerade das erste Drittel meiner Geschichte strotzt nur so vor Flüchtigkeitsfehlern, Ungereimtheiten, Logiklücken und Ausdrucks-Ausrutschern. Mein Plan, das ganze Werk zügig während meines Referendariats mal eben so glatt zu bügeln, ist kläglich gescheitert.
Nicht nur, dass schon bald neben Schule und Seminar die Zeit dazu fehlte. Auch hat mein Wunsch, nun schnell fertig zu werden, dazu geführt, dass ich oberflächlich wurde. Statt mit Sorgfalt und Ruhe meinen Text Stück für Stück zu überarbeiten, habe ich eilig versucht, alles zurecht zu biegen.
Als ich die ersten Kapitel dann meinen Testlesern zukommen ließ, war ihr Urteil ernüchternd. Und mir wurde klar: Das kann ich besser. Ich müsste mir nur mehr Mühe geben.
Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, genauso viel Zeit und Ausdauer in die Überarbeitung zu stecken, wie ich es in das Schreiben getan habe. Denn mit Letzterem allein ist es  nicht getan. Die Arbeit eines Autors endet nicht mit dem letzten Satz.
Ich will dich ermutigen, ebenso liebevoll wie auch kritisch deinen Text zu betrachten und die Rohfassung auch als solche zu begreifen: Ein roher Klumpen, eine grobe Form, die jetzt erst ihren Feinschliff erfährt. Damit du nicht über Fehler hinwegliest, über sperrige Formulierungen drüberspringst und langatmige Absätze ignorierst.

Hol das beste aus deinem Text. Und das Beste braucht nun einmal auch seine Zeit.

Bis bald
Alex

Photo by Giulia Bertelli on Unsplash

 

Eine Antwort auf „Sei liebevoll zu deinem Text!

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