Du kennst das ja:
Erst der lange Arbeitstag, dann muss man noch Wäsche waschen, unerwartet rufen die Eltern an und plötzlich steht die beste Freundin vor der Tür, weil sie unbedingt jemanden zum Reden braucht. Ein Tag wie jeder andere. Und am Ende fällt man müde und geschafft ins Bett.
Zeit zum Schreiben blieb keine. Aber das ist auch okay für einen Abend. Oder zwei. Oder eine knappe Woche. Aber manchmal steht  so viel an, dass du scheinbar nie wieder Zeit für dein Romanprojekt finden wirst.

Keine Sorge. Das geht jedem Autor, der sein Schreiben nicht hauptberuflich verfolgt, so (und auch denen, die hauptberuflich schreiben, sind vor den kleinen und großen Zwischenfällen des Lebens nicht gefeit).
Was du jetzt nur nicht tun darfst, ist aufgeben.

Hier also drei Tipps, das Schreiben trotz eines vollen Terminkalenders von einem Ausnahmezustand wieder zu einer Alltagsroutine zu verwandeln:

(1) Kleine Erinnerungen
Hast du eine Postkarte mit einer Landschaft, die deinem Weltensetting zu entspringen scheint? Oder ein Schmuckstück, das dein Protagonist immer trägt? Vielleicht findest du aber auch einen kleinen Schlüssel, einen Stein, ein Zitat oder eine andere Kleinigkeit, die du mit deiner Geschichte verbindest – leg dir den Gegenstand auf deinen Schreibtisch, sodass er dir gleich in die Augen springt, wenn du nach Hause kommst.
Auch wenn du keine Zeit zum Schreiben hast, weckt der Gegenstand die Erinnerungen an deine Story, regt vielleicht auch deine Fantasie an und stimmt dich aufs Schreiben ein – und im Kopf vorformuliert ist schon so gut wie geschrieben!

(2) Teilen ist die halbe Miete
Vielleicht fehlt dir auch der Anstoß zum Schreiben, weil es ja immer so viel ist, was du schaffen willst, und dann ist doch eigentlich gar keine Zeit, so richtig voranzukommen. Lass dir sagen: Es arbeitet sich besser mit kleinen Teilzielen als großen Meilensteinen, die man an einem langen Nachmittag runterreißt. Nimm dir nur eine Szene, einen kurzen Abschnitt, einen knackigen Dialog vor; eine halbe Seite, vielleicht auch nur zehn Zeilen. Es ist besser und deutlich beruhigender, jeden Tag eine Kleinigkeit an deinem Werk geschrieben zu haben, als immer nur auf den einen großen Schreibmarathon zu warten (an dem einem dann vielleicht dennoch Kraft, Motivation und Kreativität fehlen).

(3) Writing Prompts
Und wenn sich so gar keine Zeit und Muße für dein Romanprojekt finden lassen will, versuch es doch mal mit einem spontanen Schreibauftrag an dich selbst: Versuch in 100 (oder 150) Wörtern eine kurze, knackige Episode aus dem Leben deiner Helden, deiner Geschichte oder deiner Welt zu verfassen, die pointiert, spannend, gruselig oder lustig sein kann. Das dauert nur wenige Minuten, macht großen Spaß und lässt einem bei all dem Alltagstrubel nicht die Kreativität verkümmern.

 

Da es bei mir selber gerade nicht einfach ist, neben Schule, Prüfungen und Fernbeziehung das Schreiben in meinem Alltag hochzuhalten, kann ich dir abschließend nur noch sagen: Ich fühle mit dir und es kommen wieder bessere Zeiten ;)

Liebe Grüße
Alex

Photo by DAVIDCOHEN on Unsplash

3 Antworten auf „Keine Zeit zum Schreiben?

  1. Ola es geht also anderen auch wie mir. Das ist schon mal Balsam für die Seele. Seit Wochen hänge ich an einem Kapitel fest, sitze vor meinem Bildschirm und komme nicht weiter, weil mir die Zeit, die Ideen, die Inspiration fehlt…werde deine Tipps gerne beherzigen.

    Gefällt 2 Personen

    1. Was genau schreibst du? Fantasy? Krimi? Kurzgeschichte?
      Ich hab mir in solchen Situationen angewöhnt, einfach über diesen Stellen „drüberzuschreiben“ – eine vorläufige, knappe Version dessen, was passieren soll. Hauptsache es geht weiter. Um diese Details kann ich mich auch noch beim Überarbeiten kümmern ;)

      Gefällt 2 Personen

      1. Ich denke meine Texte kann man keinem Genre zuordnen. Momentan schreibe ich Prosa, zwei Romane gleichzeitig, einen im Sommer, einen im Winter. Beim Sommerroman handelt es sich um einen neuen Stoff, der Winterroman ist eine Überarbeitung. Bei kurzen Texten brauche ich nur ein oder zwei Tage warten und dann kann es fröhlich weiter gehen. Bei langen Prosatexten habe ich immer kleine Schwächeanfälle. Finde ich vollkommen normal, aber es nervt auch gewaltig. Gerade jetzt im Winter bekomme ich keinen wirklichen Flow und schleppe mich von einem Textschnipsel zum nächsten. Das es eine Überarbeitung ist, geht es ja jetzt um Details, ansonsten behelfe ich mir auch mit Fragmenten, die erst einmal die Handlung beschreiben und später ausgeschmückt werden. An welchen Texten schreibst du momentan?

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