Die eigene Buchidee in ein Genre einzuordnen ist nicht unbedingt das Erste, womit sich schreibwütige Jungautoren auseinandersetzen. Da ist erst einmal ein weißes Blatt, dass mit authentischen Figuren, einer spannenden Handlung und einem unerwarteten Plottwist gefüllt werden wollen.
Es geht um den Spaß am Schreiben selbst.
Die Zuordnung zu einem Genre scheint erst wichtig, wenn die Frage im Raum steht, wo das gute Stück einmal gedruckt und gebunden in der Buchhandlung wiederzufinden wäre.
Warum du dir besser schon zuvor Gedanken darüber machen solltest, erkläre ich dir im Folgenden.

Welche Genres gibt es eigentlich?
Ein Blick in deine Lieblingsbuchhandlung gibt dir darüber schnell Aufschluss, denn da sind die Bücher entsprechend sortiert. Die Reihenfolge, in der die Genres aufgereiht sind, ist übrigens kein Zufall: Krimis und Thriller stehen weiter vorn im Laden, da sie das beliebteste Genre von allen sind. Dann kommt häufig eine Abteilung Liebesromane, dazwischen noch die Bestseller (wer es da hineinschafft, braucht sich auch sonst keine Kopf mehr um die Zuordnung machen), dann Jugendromane und Fantasy. Und ganz hinten eine allgemeine Sammlung von A bis Z.
Umso größer die Buchhandlung, umso detaillierter die Einteilung natürlich.

Doch auch ohne diese räumliche Trennung kann man sagen, dass es einen Trend gibt zum „Subgenre“. Besonders im Bereich Jugend- und Liebesroman werden die Klassifizierungen immer feiner. Wer kennt nun eigentlich den genauen Unterschied zwischen New Age, Young Adult und New Adult? Nicht selten meckert da der eine oder andere, dass die vielen neuen Begriffe eher unübersichtlich und unnötig sind.

Wozu so viele (Sub-)Genre?
Allein im Bereich Fantasy wird unterschieden zwischen High und Low, Dark, Urban, Historical und Romantasy, um nur die größten und bekanntesten zu nennen. Und das hat durchaus Sinn: Subgenres bieten eingefleischten Liebhabern einer bestimmten Ausprägung von Fantasy die Möglichkeit, gezielt weitere Romane ähnlicher Art zu finden. Denn häufig lesen Leser*innen am liebsten das, was sie immer lesen. Die Kategorisierung dient also der Orientierung – und schließlich auch einer Kaufempfehlung. Deshalb wird sie auch entsprechend von Verlagen und dem Buchhandel unterstützt.

Zudem verlegt nicht jeder Verlag jedes Genre. Viele sind auf bestimmte Genres spezialisiert – es bringt dir also nichts, dein Fantasy-Epos zu einem Krimi-Verlag zu schicken. Informiere dich vorher, ob dein Werk überhaupt ins Verlagsprofil passt.

Grundsätzlich gilt dabei: Nur weil in der Geschichte auch ein Mord stattfindet, ist es noch lange kein Krimi, und nur weil es auch einen Love-Interest gibt, noch lange keine Liebesgeschichte. Dementsprechend gibt es auch keinen Liebes-Fantasy-Krimi.
Die Zuordnung in ein Subgenre kann man später getrost den Experten (Verlag und Buchhandel) überlassen.

Keine Erwartungen enttäuschen!
Sowohl deine potentielle Leserschaft als auch die Verlage haben also eine gewisse Erwartungshaltung, wenn sie dein Buch in die Hand nehmen: Entspricht die Geschichte ihren Lesegewohnheiten? Passt die Geschichte in ihr Verlagsprofil?

Diese Erwartungen kann man sich als „Genre-Regeln“ vorstellen. Jeder, der einen Krimi aufschlägt, erwartet die Geschichte eines Verbrechens, das durch Nachforschungen der Hauptfigur aufgeklärt wird. Bei einem historischen Liebesroman hoffen wir auf die interessante Geschichte eines Kennenlernens unter widrigen, sozialen Umständen, die der damaligen Zeit geschuldet sind, und nach viel Hin und Her zu einem Happy End führt.
Der Krimi ist kein Krimi, wenn der Protagonist zwar Kommissar auf der Hauptwache in Köln ist, aber es vielmehr um seinen Nebenjob als Geisterjäger in der Zukunft geht. Der Liebesroman ist kein Liebesroman, wenn die Figuren auf den ersten zehn Seiten zusammen kommen und dann nur noch von ihrem Leben während des 30-Jährigen Krieges berichtet wird

Aus diesem Grund solltest du dich einmal vorher damit beschäftigen, welche Erwartungen mit deiner Idee in Verbindung gebracht werden. „Genre-Regeln“ sind so etwas wie die Mindestanforderungen an deine Geschichte. Wie du sie im Detail auslegst, ausbaust und ausschmückst, ist dir überlassen. Passende Schreibratgeber können dir dabei weiterhelfen.

In welchem Genre schreibst du?

Wir lesen uns.
Alex

Photo by James Barker on Unsplash

Eine Antwort auf „Das richtige Genre finden

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