Dylan Thomas, walisischer Dichter und Dramaturg, starb mit den Worten: „Ich hatte gerade 18 Whiskys, ich glaube, das ist ein Rekord.“ Bekanntermaßen war er nicht der einzige berühmte Schriftsteller mit einem Alkoholproblem. Dabei ist zu bedenken, dass das Problem nicht erst beginnt, wenn man wie Ernest Hemingway 51 Martini-Cocktails an einem Abend trinkt. Die Gewohnheit ist das, was auf lange Sicht fatal endet.

Dabei fängt es oft ganz harmlos an: Das Wörtchen „Ende“ ziert die letzte Seite des Manuskripts oder endlich hält man den Verlagsvertrag in den Händen – darauf wird angestoßen! Besonders in den Sozialen Medien ist das Motiv eines Weinglases beim Schreiben am Abend beliebt. Dass dabei auch jüngeren Nutzern falsche Werte im Umgang mit Alkohol vermittelt werden, wird häufig als übertrieben kritische Haltung abgetan.
Denn wenn die Figuren zum romantischen Abendessen ein Glas Wein trinken, kann man sich ja auch gleich selbst mit einem Schluck in die passende Stimmung bringen. Dann schreibt sich auch die anschließende delikate Bettszene wie von selbst.

Schnell kann so aus dem besonderen Anlass ein Gefühl von „Das gehört eben dazu“ werden. Besonders wenn der Eindruck entsteht, dass man nur unter genau diesen Umständen – mit einem Glas Wein oder einem selbstgemachten Cocktail – so richtig in den Schreibflow gelangt. Eine Überzeugung, die viele Autoren damals wie heute teilen.

Abwegig? Mitnichten. Rund jeder 10. Bundesbürger zwischen 18 und 65 Jahren ist ein sogenannter Risikotrinker. Alkohol wird in unserer Gesellschaft immer noch in seiner gesundheitsschädlichen Rolle unterschätzt. „Nur ein Gläschen“ heißt es gerne – dabei ist Alkohol ein Suchtmittel wie Zigaretten und andere Drogen auch.

Dass Alkohol die Kreativität steigert, ist zudem auch nur ein Mythos. Wenn jemand behauptet, er oder sie brauche den Alkohol zum Schreiben, heißt das lediglich, dass er/sie sich ohne gewissen Pegel aufgrund der Entzugserscheinungen gar nicht auf das Schreiben konzentrieren kann.

Welche alternativen Methoden nutzt ihr, um in Schreibstimmung zu kommen?

Quellen: https://m.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/deutschland-hat-ein-alkoholproblem-jeder-zehnte-bundesbuerger-gilt-als-risikotrinker/24232218.html
https://www.google.com/amp/s/www.sueddeutsche.de/kultur/alkohol-und-schriftsteller-zur-blauen-hoelle-1.831904!amp

Wir lesen uns.
Alex

Photo by Charles „Duck“ Unitas on Unsplash

7 Antworten auf „Alkohol und Kreativität – ist das ein Problem?

  1. »Können Sie mir fünf amerikanische Autoren seit E. A. Poe nennen, die nicht an Trunksucht gestorben sind?« fragte Sinclair Lewis, selber Alkoholiker.
    Einer (amerikanischen) Statistik zufolge sind Schriftsteller nach Barkeepern die Berufsgruppe, die am zweithäufigsten von der Todesursache: Leberzirrhose betroffen ist. Unter den Literaturnobelpreisträgern liegt der Alkoholikeranteil bei über 70 Prozent.
    Ein Joseph Roth, ein Heinrich Heine, ein Oscar Wilde, James Joyce, Hemingway, Jack Kerouac, Charles Bukowski & tausend andere – ob wir von den Leuten jemals was gelesen hätten, wenn die Abstinenzler gewesen wären?

    Gefällt 1 Person

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